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16.04.2012 12:41

Vor genau 99 Jahren gründeten Helene und Albert Schweitzer das erste Spital

Von: Harald Kubiczak
Helene und Albert Schweitzer, Lambarene 1913

Helene und Albert Schweitzer, Lambarene 1913

Am 16. April 1913 trafen Helene und Albert Schweitzer nach langer Reise und bepackt mit 70 Kisten medizinischer Ausrüstung in Lambarene ein. Private Spender aus dem Kollegen- und Freundeskreis Schweitzers hatten die Ausrüstung finanziert. Schweitzer hatte seine aussichtsreiche Karriere als Theologieprofessor und gefragter Organist hinter sich gelassen, um als Arzt in Äquatorialafrika zu praktizieren. Für ihn war dieser Dienst am Menschen ein „Gehorsam gegen Jesus“, der in seiner nächsten Umgebung auf viel Ablehnung gestoßen war.

Schweitzer sagte dazu selbst: „In meinem Falle hielt ich das Wagnis für berechtigt, weil ich es ... mir zutraute, Gesundheit, ruhige Nerven, Energie, praktischen Sinn, Zähigkeit, Besonnenheit, Bedürfnislosigkeit und was sonst noch zur Wanderung auf dem Wege der Idee notwendig sein konnte, zu besitzen ...“

All dies würde er auch brauchen, denn die Widgrigkeiten, mit denen er als Arzt im Urwald konfrontiert war, würden die meisten von uns heutigen Zeitgenossen zum Aufgeben zwingen, denn nicht einmal eine Wellblechbaracke, die man in Aussicht gestellt hatte, fand Schweitzer auf dem Gelände der Protestantischen Missionsstation von Lambarene vor. „Ich behandelte und verband also im Freien vor dem Hause. Wenn aber das abendliche Gewitter einsetzte, musste alles in Eile auf die Veranda zurückgetragen werden. Das Praktizieren in der Sonne war furchtbar ermüdend.“

„In der Not entschloss ich mich, den Raum, den mein Vorgänger im Hause, Missionar Morel, als Hühnerstall benutzt hatte, zum Spital zu erheben. Man brachte mir einige Schäfte [Regale] an der Wand an, stellte eine alte Pritsche hinein und strich mit einer Kalklösung über den ärgsten Schmutz. Ich fühlte mich überglücklich ...“

In einem Brief von 1913 schrieb Schweitzer: „An Kranken ist Überfluss. Endlich bin ich in der Lage richtig Schlafkranke

zu pflegen. Dies und Lepra geben die besten und sichtbarsten Erfolge. Aber es ist furchtbar viel Mühe. Das Operieren greift mich noch sehr an. Ich habe es hier hauptsächlich mit schweren Hernien (Eingeweidebrüche) zu tun. Letztlich operierte ich eine Hernie, die seitlich in der Weiche, unter der letzten Rippe eingeklemmt hervorkam. Der Fall ist ungeheuer selten. Es sind nur fünf oder sechs Operationen dieser Art in der Literatur bekannt. Der Kerl lebt fidel. Aber es ist furchtbar als einfacher Arzt solche Operationen machen zu müssen. Hat es doch ein rechter Strassburger Hausarzt gut.

Madame kommt soeben mit der Lampe in mein Arbeitszimmer und setzt sich an ihren hier stehenden Schreibtisch. Sie lässt auch vielmals danken und grüsst herzlichst. Der Mond leuchtet wunderbar ins Zimmer herein. Ich muss noch einmal nach meinem Operierten sehen. Die Medizinbaracke ist zum Glück fertig.“

Im Verlauf von nun 99 Jahren ist aus der Medizinbaracke ein Spital entstanden, dass an seiner humanitären Strahlkraft nicht verloren hat. 2013, zum hundertjährigen Jubiläum, wird der Deutsche Hilfsverein ein besonderes Programm an Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Publikationen initiieren und damit die Bedeutung des Schweitzer-Spitals für Gegenwart und Zukunft würdigen. Wir werden Sie über alle Aktivitäten an dieser Stelle informieren. 

 
11. Mai 2017

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24. April 2017

Ausstellung: "Mein Wort an die Menschen" - Engagement gegen den Atomkrieg

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Berlin, Anti-Kriegs-Museum, Brüsseler Str. 21
Informationen: Plakat als PDF und Ausstellungs-Flyer (PDF)

20. Juni 2017

Ausstellung: Helene Bresslau-Schweitzer 1879-1957 - Ihr Leben vor dem Hintergrund der Zeitbrüche ihrer Lebensspanne

20. Juni - 07. Juli
Frankfurt am Main, Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostr. 17-19
Informationen: PDF

28. Juni 2017

Lesung: Heimat im Herzen: Helene Bresslau und Albert Schweitzer

17.30 - 19.00 Uhr, Frankfurt am Main, Bibliothekszentrum Nordweststadt, Niddaforum 6
Vortragende: Irene Kubisch, Gustav Pressel
Informationen: PDF

30. Juni 2017

Lesung: Heimat im Herzen: Helene Bresslau und Albert Schweitzer

16.00 - 17.30 Uhr, Frankfurt am Main, Stadtteilbibliothek Rödelheim, Radilostr. 17-19
Vortragende: Irene Kubisch, Gustav Pressel
Informationen: PDF

07. Juli 2017

The Fourth International Albert Schweitzer Summer School

07. Juli - 12. Juli 2017
Günsbach (Frankreich)
Informationen: DOC

22. Juli 2017

Leben und Wirken Albert Schweitzers im Spiegel der Handschrift

Vortrag der Graphologin Marianne Macheroux
14.00 - 17.30 Uhr, Calw-Hirsau, Centrum für Graphologie, An der Klostermauer 1 (Seminarraum)
Kosten: 10 Euro

30. Juli 2017

Albert Schweitzer Gottesdienst

18.00 Uhr, Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Informationen: PDF

Albert-Schweitzer-Konzert: Bach für den Frieden

19.30 Uhr, Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Informationen: PDF

08. September 2017

Film "Albert Schweitzer" (Erica Anderson & Jerome Hill, 1954)

18.00 - 20.00 Uhr, Berlin, Anti-Kriegs-Museum.
Informationen: PDF
Mit Paul Mertens (Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum)

22. September 2017
01. Oktober 2017

Internationaler Albert-Schweitzer-Preis

1. - 3. Oktober 2017
Königsfeld im Schwarzwald
Informationen: PDF

12. Oktober 2017

Albert Schweitzers Ethik: Praxistest Klimawandel

18.00 - 20.00 Uhr, Berlin Schöneberg, Seminarraum des MCC (Mercator Research Institut on Global Commons and Climate Change), EUREF-Campus 19
Vortrag und Diskussion mit Dr. phil. Martin Kowarsch.

12. November 2017

Albert Schweitzer und Richard Wagner: Die Idee der Ehrfurcht vor dem Leben in Wagners 'Parsifal'

18.00 Uhr, Berlin
Informationen: PDF
Vortrag und Gespräch mit Peter Berne (Berlin)