Schweitzer und Lambarene heute – der Deutsche Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene e.V.


Im Mai 1929 begegnete der damals 30-jährige Lehrer Richard Kik erstmals Albert Schweitzer anlässlich eines Vortrags und Konzerts in Ulm. Kik war von Schweitzer derart fasziniert, dass er inmitten einer politisch-sozialen Krisenzeit in Deutschland beschloss, einen Albert Schweitzer-Freundeskreis zu gründen. Dieser Freundeskreis war eine Generation lang für die Existenz des Spitals in Lambarene von großer Bedeutung.

Daneben folgte im Dezember 1930 die Gründung der „Association de l´Hôpital du Dr. Albert Schweitzer“(ASL).

Die Aufgabe der ASL bestand laut Satzung darin, „die Mittel für den Betrieb des Spitals zu sammeln und im Falle des Ausscheidens von Dr. Schweitzer den Betrieb des Spitals wie auch die Fortsetzung des Werkes von Schweitzer sicherzustellen“.

Richard Kik wollte zunächst, dass seine Vereinigung ein Freundeskreis blieb, „ohne die Einzelnen mit Vereinsmeierei zu belästigen“ (28. Rundbrief).

Um jedoch bei der ASL mitarbeiten bzw. Mitglied werden zu können, war ein eingetragener Verein notwendig. Schweitzer selbst empfahl, in den einzelnen Ländern Hilfsvereine zu gründen, um sein Spital zu sichern.

So gab Richard Kik schließlich am 12. Januar 1963 seine Zustimmung zur Gründung des „Deutschen Hilfsvereins für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene e.V.“ (DHV) mit Sitz in Ludwigsburg. Dessen Sitz wurde später nach Frankfurt am Main verlegt, weil Schweitzer vielfältige Verbindungen zu Frankfurt hatte und Ehrenbürger dieser Stadt war. Zum 1. Vorsitzenden wählte man den seit Jahren mit Schweitzer befreundeten Theologie-Professor Roland Schütz.

Dazu schrieb Richard Kik kurz nach Albert Schweitzers Tod (4. September 1965) im 27. Rundbrief (November 1965): „Der Freundeskreis wird, da sein Mittelpunkt nicht mehr unter den Lebenden weilt, durch den ‚Deutschen Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene e.V’ abgelöst ... Der ‚Deutsche Hilfsverein’ wird diese beiden Aufgaben (Spital und Pflege des Gedankenguts) übernehmen und zu erfüllen versuchen.“

Nach Prof. Roland Schütz wurde der Vereinsvorsitz von folgenden Persönlichkeiten versehen:

1966 – 1971   Dr. Paul Fischer (Bielefeld)
1971 – 1981   Prof. Dr. Hermann Mai (Münster)
1981 – 1988   Karl Heinz Ehrbar (Mannheim)
1988 – 1997   Prof. Dr. Claus Günzler (Karlsruhe)
1997 – 1998   Pfr. Hans-Peter Anders (Dransfeld bei Göttingen)
1998 – 2001   Dr. Roland Wolf (Worms)
2001 – 2004   Tomaso Carnetto (Frankfurt/M.)
2004 – 2007   Dr. Karsten Weber (Mosbach-Neckarelz)

Seit 2007 ist Dr. med. Einhard Weber (Creußen bei Bayreuth) der 1. Vorsitzende des DHV.

Um der Doppelaufgabe (Erhaltung des Spitals und Pflege des geistigen Werks Schweitzers) nachkommen zu können, wurde vom DHV am 14. Februar 1969 mit Unterstützung der Stadt Frankfurt und des Evangelischen Regionalverbands am Römerberg in der Saalgasse ein Schweitzer-Archiv gegründet, das ab 1972 von Elfriede Bomze-Bamberger ehrenamtlich weiter aufgebaut wurde. DHV-Sitz und Archiv wurden sodann 1984 mit dem Umzug in die Neue Schlesingergasse zum „Deutschen Albert-Schweitzer-Zentrum“ erweitert, verbunden mit einem kleinen Museum. Zugleich übernahm Frau Bomze-Bamberger die hauptamtliche Leitung des Zentrums, die seit 1994 Marlies Böhnert innehat. 1995 wurde schließlich als eigenständige Einrichtung neben dem DHV die „Stiftung Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum“ gegründet.

Im Dezember 2007 erfolgte der Umzug des Deutschen Albert-Schweitzer-Zentrums und mit ihm die Verlegung des Deutschen Hilfsvereins und der Stiftung in die Wolfsgangstr. 109.