«Arzt wollte ich werden, um ohne reden wirken zu können.»

Albert Schweitzer

Sturmschäden in Lambarene


Tropengewitter verwüstet Teile des Schweitzer-Spitals. Nähere Informationen lesen Sie hier als PDF.

Unterstützung für Lambarene


Nach der Schweiz ist der DHV der zweitgrößte Beitragszahler unter den Hilfsvereinen für das Albert-Schweitzer-Spital. In den zehn Jahren von 2004 bis 2014 konnten wir dank unserer Spender das Spital mit insgesamt 1,8 Millionen Euro unterstützen.

Aus Gründen der Transparenz und aus Verantwortung gegenüber unseren Spendern werden keine direkten Zahlungen an das Krankenhaus geleistet, sondern Projekte finanziert, die jeweils getrennt und unter Kontrolle durch den DHV bzw. seinen Vertreter im Stiftungsrat abgerechnet werden.

Zu diesen Projekten zählt in erster Linie die Versorgung mit Medikamenten, die in Europa gekauft und direkt an den Erzeuger bezahlt werden. Daneben unterstützen wir:

- Notmaßnahmen im Elektrobereich;

- Kindergarten und Schule;

- den Erhalt der Historischen Zone;

- bedürftige Burulikranke und Notfallpatienten, die ihre Krankenhausrechnung nicht bezahlen können;

- medizinische Einsätze wie die Aktivität von Kiefer-Lippen-Gaumenspalten-Chirurgen.

Lambarene ohne Strom - das Spital im Licht


Ende Januar 2013. Seit Tagen versuche ich verzweifelt, das Schweitzer-Spital in Lambarene per E-Mail zu erreichen. Schon zuvor war die Verbindung schlecht, jetzt geht überhaupt nichts mehr. Schließlich klappt es doch, und ich erfahre, dass es erhebliche Probleme mit der Stromversorgung in Lambarene gibt. Immer wieder fällt der Strom minuten- oder stundenlang aus, Mitte Januar waren die Stadt und damit auch das Schweitzer-Spital zwei ganze Tage ohne Strom. Das alte Notstromaggregat des Krankenhauses lief zwei Tage lang im Dauerbetrieb, wofür es nicht geeignet war, so dass es schließlich den Dienst versagte. Wichtige Operationen mussten aufgeschoben werden, zwei im Koma liegende Patienten starben, weil die Sauerstoffversorgung versagte.

Mitte Februar. Ankunft in Libreville, der Hauptstadt Gabuns. Am Kiosk kaufe ich mir die beiden Tageszeitungen des Landes und stoße in einer auf einen Artikel mit der Überschrift: Strom in Lambarene – ein Leidensweg! Seit mehr als zwei Monaten, so führt der Artikel aus, falle in allen Stadtteilen von Lambarene am Tag wie in der Nacht stundenlang der Strom aus. Ursache sei eine Panne des stärksten – gleichwohl neuesten – der vier Aggregate, die die Stadt mit Strom versorgen. Auch eine Krisensitzung beim Provinzgouverneur und seine Anweisung, vor allem die Versorgung wichtiger Dienste wie der Krankenhäuser zu sichern, habe keine Änderung gebracht.

Drei Tage später bin ich in Lambarene. Beim Rasieren morgens stehe ich plötzlich im Dunkeln. Doch 30 Sekunden später geht das Licht wieder an. Noch zweimal am Tag wiederholt sich das Geschehen, in jeweils weniger als einer Minute ist der Strom wieder da. Die Ursache dafür findet sich in einem Gebäude neben der Autowerkstatt: dort steht seit einigen Tagen das neue Notstromaggregat des Krankenhauses. Rund 100.000 Euro hat es gekostet und ist auch für einen Dauerbetrieb von bis zu 50 Stunden geeignet.

Nach dem Abendessen fahre ich mit einer Gruppe von Spitalbesuchern, Gabunern und Franzosen, vom Krankenhaus ins Zentrum. Die Stadt liegt weitgehend im Dunkeln. Nur da wo Notstromaggregate vorhanden sind gibt es Licht. Wir setzen uns auf die Terrasse eines Restaurants, das zu den besseren von Lambarene gehört, um etwas zu trinken. Eine Kerze schafft es kaum, den Tisch mit den Getränken zu erleuchten. Der Stimmung der Gruppe tut das keinen Abbruch. Vor allem auch, weil wir wissen, dass im Albert-Schweitzer-Spital das neue Notstromaggregat seinen Dienst verrichtet und die medizinische Versorgung der Patienten gesichert ist.

Dr. Roland Wolf

Beginn der Bauarbeiten im Neuen Spital


Als Neues Spital bezeichnet man das in den Jahren 1976 bis 1981 erbaute Krankenhaus, das das von Schweitzer ab 1925 errichtete und bis zu seinem Tod ständig erweiterte Alte Spital ablöste. Es wurde am 17. Januar 1981 feierlich eingeweiht.

Als einer der letzten Neubauten war die Entbindungsstation (Maternité) fertiggestellt worden. Die Hebamme Eliane Lehmann schrieb damals:
„Alle seine Räume sind luftig und hell, da weiße Plättchen bis zu einer Höhe vom 1m85 die Wände bedecken, oberhalb sind sie mit einer hellblauen Farbe bestrichen. Ähnlich ist der breite zentrale Gang. Der Fußboden besteht aus Steinplatten.
Der wichtigste Raum ist ohne Zweifel der Gebärsaal mit Dusche und WC. Er ist klimatisiert, geräumig und praktisch eingerichtet. Zwei, sogar drei Geburten können gleichzeitig vorgenommen werden (2 kommen vor, aber nur selten). Natürlich ist er mit elektrischem Licht versehen, wie alle anderen Räume auch. Aus dem Wasserhahn fließt Trinkwasser dank der Pump- und Filtrierstation, die am Ogowe-Ufer bei der Kinderklinik aufgebaut ist. 24 werdende Mütter können in unserer Maternité aufgenommen werden in 2 Einzelzimmern mit Dusche und WC und in 11 Zimmern zu 2 Betten. Jedes Krankenzimmer hat Zugang von außen. In 20-30 Jahren werden die Bauten des neuen Spitals immer noch modern sein“.

Es sind nun mehr als 30 Jahre vergangen, und die Entbindungsstation wie auch die anderen Gebäude des Neuen Spitals haben dem tropischen Klima und der starken Belastung deutlichen Tribut zollen müssen. So steht beispielsweise rund 400 Geburten Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts heute die dreifache Zahl gegenüber. Deshalb dachte die Internationale Spitalstiftung FISL bereits seit einigen Jahren über die Renovierung der Krankenhausbauten nach, doch es schien ausgeschlossen, dass die Stiftung die geschätzten Gesamtkosten von 4-6 Millionen Euro selbst aufbringen kann.

In dieser Situation kam einmal mehr die Schweiz dem Spital zur Hilfe, die bereits das Gebäude von 1981 finanziert hatte. Die Präsidenten der drei Rotary-Distrikte der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein proklamierten die Sanierung der Maternité als gemeinsames nationales Projekt für 2011/12 und baten die rund 12 000 Club-Mitglieder um Unterstützung. Der Kostenbedarf von 500 000 Schweizer Franken konnte auf diese Weise gedeckt werden.

Am Nachmittag des 12. Juli 2012 rückten die Baufahrzeuge an, und vor dem völlig entkernten Gebäude fand eine kleine Zeremonie statt, bei der auch wie in Gabun üblich die Geister beschworen wurden, die Arbeiten ohne Zwischenfälle vonstattengehen zu lassen. Diese begannen am folgenden Morgen mit dem Entfernen des Wellblechdaches und des Gebälks – Wellblech und Holz wurden den Spitalmitarbeitern zum persönlichen Gebrauch überlassen -, und dann riss schweres Gerät die Mauern ein, denn ein Abriss mit anschliessendem Neubau hatte sich als kostengünstiger erwiesen als eine Renovierung.

Wenn alles wie geplant verläuft, wird die Entbindungsstation rechtzeitig zu den Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres 2013 aus ihrem Provisorium im Gebäude der Chirurgischen Klinik I in die neuen Räume einziehen können. Und damit ist ein wichtiges Zeichen gesetzt worden für die Erneuerung der übrigen Spitalbauten. Der Staat Gabun ist offensichtlich stark an einer Renovierung der über 30 Jahre alten Krankenhausbauten interessiert und möglicherweise bereit, sich auch finanziell zu engagieren. Weitere Mittel, so ist zu hoffen, könnten aus den Erträgen des Jubiläumsjahres 2013 in dieses Projekt fließen.

Dr. Roland Wolf

Forschungsprojekt in Gabun


Neues Analysegerät für das Spital


Am 15. Januar 2011 überreichte die Präsidentin des Sentats, Frau Rose-Francine Rogombé, zusammen mit dem Direktor der Firma Bordamur Gabon, Charles Sia, dem Direktor des Albert-Schweitzer-Spitals, Marc Libessart, eine wertvolle Spende in Gestalt eines vollautomatischen biochemischen Analyse-Apparates. Mit ihm können schnell und zuverlässig Laborwerte von Transaminasen, Creatinin und Harnsäure ermittelt werden, die Aufschluss über Leber- und Nierenerkrankungen geben.

Die Spende geht zurück auf eine Initiative der Senatspräsidentin, die im April des vergangenen Jahres in Gabun ansässige Wirtschaftsbetriebe aufgefordert hatte, dem Spital in Lambarene zu helfen. Das malaysische Holzexportunternehmen Bordamur-Gabon ist diesem Aufruf nachgekommen, und so konnte jetzt dieses wertvolle Gerät übergeben werden, das den alten halbautomatischen Apparat ersetzt.