Mit sieben Ärzten und etwa 80 medizinischen Mitarbeitern leistet das Spital heute einen wesentlichen Beitrag zum Gesundheitswesen in ganz Gabun. Im Jahr 2007 wurden etwa
6.400 Patienten stationär behandelt – etwa 1.430 Operationen wurden vorgenommen. In diesem Jahr kamen 811 Kinder in der Klinik zur Welt. Die Ambulanz verzeichnete über 24.700 Untersuchungen und Behandlungen, zum Beispiel in der Zahn- und der Kinderklinik.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das PTME-Programm zur Verhinderung der AIDS-Übertragung auf Neugeborene. Das von Schweitzer gegründete Lepradorf beherbergt heute noch etwa 30 Patienten.
Das Jahr 2009 war vor allem durch zwei Ereignisse gekennzeichnet, die unmittelbaren Einfluss auf die Arbeit des Spitals hatten: den monatelangen Streik im staatlichen Gesundheitswesen und die verspätete und nur teilweise Eröffnung des neuen Regionalkrankenhauses im Dezember. Beides zusammen führte zu einem beträchtlichen Anstieg der Aktivitäten und einer bis an die Grenze gehenden Belastung des Personals, wie die folgenden Tabellen zeigen.
| 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | ||||||
| Kinderklinik | 6469 | 5478 | 5081 | 5522 | 6613 | |||||
| Notaufnahme | 3802 | 3120 | 2952 | 2737 | 2755 | |||||
| Chirurgie | 2342 | 1910 | 1958 | 1331 | 1654 | |||||
| Innere Medizin | 9108 | 6968 | 7958 | 7799 | 7622 | |||||
| Gynäkologie | 2441 | 1503 | 1816 | 1273 | 1458 | |||||
| Geburtsabteilung | 1988 | 1873 | 1453 | 1877 | 1841 | |||||
| Augenklinik | 1695 | 871 | 202 | 110 | 209 | |||||
| Mutter-Kind-Dienst | 685 | 594 | 729 | 758 | 619 | |||||
| Zahnklinik | 1794 | 1788 | 1464 | 2094 | 2050 | |||||
| Gesamt | 30324 | 24105 | 23613 | 23501 | 24821 |
Vergleicht man die Zahlen von 2008 und 2009, so erkennt man einen Anstieg von 25 % von 24105 auf 30324. Mit Ausnahme der Zahnklinik, die das ganze Jahr ohne Zahnarzt auskommen musste, und der Geburtsabteilung schwankte die Zunahme zwischen 15% in der Mutter-Kind-Abteilung und 62% in der Gynäkologie. Die gewaltige Zunahme von 94% in der Augenabteilung hängt mit den Aktionstagen „Georges Rawiri“ zusammen, in denen Augenärzte aus Libreville nach Lambarene kamen und eine große Anzahl von Untersuchungen und Behandlungen durchführten. Das Albert-Schweitzer-Spital verfügt selbst über keinen Augenarzt.
| 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | ||||||
| Kinderklinik | 2593 | 1529 | 1470 | 1621 | 1862 | |||||
| Innere Medizin | 1745 | 1503 | 1314 | 1142 | 1240 | |||||
| Chirurgie | 2186 | 1683 | 1606 | 1143 | 1555 | |||||
| Geburtsabteilung | 2006 | 1281 | 1161 | 1122 | 1398 | |||||
| Gesamt | 8530 | 5996 | 5551 | 5028 | 6055 |
Auch hier sprechen die Zahlen für sich: eine Gesamtzunahme bei den stationären Aufnahmen von 42% gegenüber 2008, 56% in der Geburtsklinik und sogar 69% in der Kinderklinik. Während die Zahl der Geburten in den Vorjahren etwa 800 betrug, kamen 2009 über 1300 Kinder im Spital zur Welt.
Die Zahl der Todesfälle lag bei 163, was einen Anteil von 1,9 % an den stationär aufgenommenen Patienten bedeutet, wobei die meisten Todesfälle auf die Innere Medizin mit den Aids- und Tuberkulose-Kranken (93) und die Pädiatrie (43) entfielen. An Aussagekraft gewinnt die Analyse, wenn man nach dem Zeitpunkt des Todes differenziert. Dann erkennt man nämlich, dass 34% der Todesfälle in den ersten 24 Stunden nach der Aufnahme eintreten und weitere 28% im Laufe des zweiten Tages. Dies zeigt, dass sehr viele Patienten zu spät und oft in hoffnungslosem Zustand ins Krankenhaus gebracht werden, nicht selten nach einer erfolglosen Behandlung bei einem traditionellen Heiler.
Nach wie vor besorgniserregend ist die Entwicklung bei Aids und Tuberkulose. Insgesamt sind 661 Personen mit Aids, darunter 8 Kinder, in der Patientenkartei des Spitals verzeichnet. Davon werden 286 – 280 Erwachsene und 6 Kinder – medikamentös behandelt.
Das Programm zur Verhinderung der Aidsübertragung von der Mutter auf das Kind hat 1217 Tests durchgeführt. 67 Frauen, deren Ergebnis seropositiv war, werden durch das Spital behandelt.
Die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen steigt weiter sprunghaft an. Neben 13 alten Fällen wurden 2009 117 Neuerkrankungen behandelt. Bei 44 Patienten war dabei gleichzeitig eine Infektion mit dem HIV-Virus vorhanden.