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Unter dieser Überschrift stand der Vortragsabend am 02.02.2009 in der ESG Würzburg. Kirchenrat Winfried Schlüter (stellvertretender Dekan Würzburg), Prof. Dr. Johannes Dietl (Direktor der Universitäts-Frauenklinik, Würzburg), Prof. Dr. Ekkehard Schippers (Chefarzt des Juliusspitals, Würzburg) und Prof. Dr. Friedhelm Brusniak (Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik der Universität Würzburg) widmeten in jeweils 20minütigen Vorträgen einen Abend diesen bedeutenden und verschiedensten Facetten des berühmten Friedensnobelpreisträgers. Angestoßen war dieses Projekt durch den Fund alter Briefe Schweitzers durch Prof. Brusniak, die Umsetzung erfolgte schnell und mit großem Engagement aller Referenten. Nach einer ersten internen Vortragsveranstaltung im Rotary Club Würzburg-Residenz, unterbreitete Brusniak dem Würzburger Konvent des ev. Studienwerks Villigst e.V., dem er als Vertrauensdozent nahe steht, den Vorschlag eines öffentlichen Vortragsabends in gemeinsamer Zusammenarbeit. Als Rahmen hierfür fand sich schnell die ESG Würzburg, die Villigster übernahmen die organisatorische und logistische Ausrichtung des Abends u.a. mit der Erstellung informativer Stellwände zum Leben und Wirken Schweitzers.
Nach einer kurzen Einführung in die Thematik und zur Entstehung des Projekts durch Prof. Brusniak eröffnete Kirchenrat Schlüter den Abend. Sein Vortrag widmete sich dem theologischen Denken und Wirken Albert Schweitzers als „liberaler Theologe“ und „frommer Agnostiker“. Prof. Brusniak beleuchtete den musikalischen Werdegang Schweitzers, hier insbesondere sein Verdienst als Bach-Interpret und Editor neben seiner eigenen Konzerttätigkeit und dem 1908 verfassten „Regulativ für Orgelbau“. Im Folgenden nahm Prof. Schippers sich Schweitzers Rolle als Missionsarzt im Kongo an und ging hierbei nicht nur auf seine großartige ärztliche Hilfstätigkeit vor Ort ein, sondern auch auf die Hindernisse, die es vor seinem Antritt zu bewältigen galt, wie beispielsweise die Widerstände des Komitees der Pariser Mission, denen Schweitzer sich aufgrund seiner theologischen Auffassung stellen musste, was seinen Aufbruch um 8 Jahre nach dem Entschluss verzögerte. Für seine großartige Hilfeleistung als Arzt in Afrika wurde Schweitzer 1952 der Friedensnobelpreis verliehen. Zum Abschluss berichtete Prof. Dietl über Schweitzer als Philosoph bzw. sein gesellschaftliches und politisches Engagement v.a. in der Frage des Atomkriegs. Mit seinem „Appell an die Menschheit“ setzte sich Schweitzer vehement für einen Stop der Atomstests ein und bekräftigte auch seine Haltung öffentlich zur Zeit des Kalten Krieges: „In einem Atomkrieg gibt es keine Sieger, sondern nur Besiegte“.
Im Anschluss an die Vorträge bestand die Möglichkeit zum weiteren Gespräch mit den Referenten sowie zur Ansicht weiterer Informationsmaterialien.
Ein gelungener Abend zur Würdigung des bedeutenden Lebenswerkes Albert Schweitzers, der zwar angesichts der limitierten Zeit nur Eindrücke dessen vermitteln konnte, jedoch vielseitigste Aspekte beleuchtete. Durch die jeweilige fachliche Begehung seiner verschiedenen Facetten bekamen die Zuhörer die Möglichkeit sich dieser großartigen Persönlichkeit zu nähern und blieben nicht zuletzt durch seinen einmaligen Verdienst, der Menschheit ein gelebtes Vorbild aufzuzeigen, beeindruckt und anerkennend.
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