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11.09.2009

Das Deutsche Albert-Schweitzer-Zentrum erhält eine neue Dauerausstellung

„Albert Schweitzer – Grenzenlose
Menschlichkeit in Denken und Handeln"...

... so lautet der Titel der neuen musealen Dauerausstellung im Deutschen Albert-Schweitzer-Zentrum Frankfurt/Main, die sich zur Zeit im Aufbau befindet.

Albert Schweitzer war zeitlebens zwischen den Kontinenten unterwegs. Grenzen zu überschreiten, charakterisierte nicht nur sein außergewöhnlicher Schritt, eine Doppelkarriere als Professor und Musiker aufzugeben, um Medizin zu studieren und in Äquatorialafrika ein Spital aufzubauen. Grenzen zu überschreiten entsprach auch dem Wesenskern seines Denkens. In der Theologie hat er mit seiner Deutung des geschichtlichen Jesus und der dadurch gefundenen Unmittelbarkeit zu dessen ethischen Geist ebenso neue Wege beschritten wie in der Bachinterpretation oder ganz grundsätzlich in seinem philosophischen Denken. Letzteres begründete eine universell gültige Ehrfurchtsethik, die jedem von uns eine grenzenlose Verantwortung für alles, was lebt, vor Augen führt.

Dieser Wesenzug eines grenzüberschreitenden Unter­wegs­seins findet sich symbolisch verdichtet in Schweitzers Reisekoffer, der als originales Objekt im Zentrum der Aus­stellung steht. So wird auch der Besucher eingeladen, sich auf den Weg zu machen, um an neun verschiedenen Begegnungs- und Erfahrungsstationen Werk und Wirken Schweitzers zu erkunden. So begegnet Albert Schweitzer als ...

• Theologe, Prediger und „freier Christ"
• Musiker, Bachinterpret und Orgelexperte
• Urwaldarzt und Spitalgründer
• Kulturphilosoph
• Begründer einer universellen Ethik
• Friedensmahner und Friedensnobelpreisträger
• Ehemann und Vater: Helene Schweitzer-Bresslau und Tochter Rhena
• Ehrenbürger und Goethepreisträger der Stadt Frankfurt am Main

Das Museumskonzept verfolgt eine doppelte Zielsetzung. Zum einen sollen Persönlichkeit, Leben und Werk Albert Schweitzers in ihrer herausragenden Einmaligkeit und originären Prägung exemplarisch dokumentiert und im kollektiven Gedächtnis bewahrt werden.

Neben anschaulicher musealer Präsentation und Information geht es zum anderen darum, dem Besucher an den einzelnen thematischen Stationen persönliche Begegnungsmöglichkeiten zu eröffnen. In Bild, Wort, Ton
und Interaktion gilt es, zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit Schweitzers geistigem Erbe anzuregen und dessen Aktualität wie auch zukunftsträchtige Bedeutsamkeit zu erfahren. Daher soll die Ausstellungsgestaltung Voraussetzungen dafür schaffen, dass neben dem Erwerb von Wissen über Persönlichkeit, Leben und Werk Schweitzers auch Erfahrungen persönlichen Betroffenseins möglich sind und daraus eine ethische Sensibilisierung und gewandelte Einstellung hinsichtlich der eigenen Lebensführung und Zukunft sowohl persönlich als auch überpersönlich erwachsen können.

Dabei soll durch zusätzliche interaktive, medial-spielerische Angebote insbesondere auch die jüngere Generation angesprochen werden. Denn nur wenn wir die Jugend erreichen, besteht Aussicht, dass das Menschheitserbe Schweitzers auch für künftige Generationen erhalten bleibt.

Beim Aufbau des neuen Museums ist die STIFTUNG DEUTSCHES ALBERT-SCHWEITZER-ZENTRUM personell mit Rat und Tat sowie finanziell maßgeblich beteiligt. Ohne deren wohlwollende Unterstützung ist diese Neugestaltung kaum zu leisten.

Das neue Museum wird voraussichtlich Ende Oktober eröffnet – pünktlich zum Doppeljubiläum der 50-jährigen Frankfurter Ehrenbürgerschaft Albert Schweitzers und dem 40-jährigen Bestehen unseres Zentrums.




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