02.03.2010
|
|
|
Maria Lagendijk, Ali Silver, Tony van Leer, Jo Munz-Boddingius, Ary van Wijnen - das sind nur einige der Helfer aus den Niederlanden, die sich in Lambarene in den Dienst Albert Schweitzers gestellt hatten. An sie sowie an die Verbindung zwischen dem Forschungslabor und der Universität Leiden erinnerte Oberstleutnant Willem de Kant, als er zusammen mit anderen Soldaten aus Gabun, Frankreich und den Niederlanden im Oktober 2009 das Spital in Lambarene besuchte. Der Besuch der Soldaten war mehr als ein touristischer Abstecher. Er diente in erster Linie der Vorbereitung des gemeinsamen Manövers von gabunischen, französischen und eben niederländischen Soldaten, für die es der erste Einsatz dieser Art in Schwarzafrika war. Da jedes militärische Manöver mit einem zivilen Einsatz zum Wohle der Bevölkerung in dem betroffenen Gebiet verbunden sein soll, hatten sich die Verantwortlichen aus den Niederlanden neben einer Krankenstation in Kango ausdrücklich das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene ausgewählt, um so an die Verbindungen der Vergangenheit anzuknüpfen. Dies war alles andere als selbstverständlich, befindet sich doch Lambarene weit außerhalb des südlich der Hauptstadt Libreville gelegenen Manövergebiets. Bei der Besprechung mit der Spitalleitung wurde festgelegt, dass der Arbeitseinsatz dem Lepradorf zugutekommen sollte. Denn zu Recht bemängelten seine fast 300 Bewohner seit langem, dass sich dort seit dem Tode Schweitzers nicht viel geändert hatte und die Bausubstanz sowie die Infrastruktur immer schlechter wurde. Der Internationalen Spitalstiftung, der es nur mit großen Anstrengungen gelingt, den Krankenhausbetrieb zu finanzieren, fehlen in der Tat die Mittel, um die Wohnsituation der Leprakranken - wie auch der Spitalmitarbeiter - zu verbessern. Umso glücklicher zeigten sich jetzt die Bewohner des Village Lumière (Dorf des Lichts), darunter noch etwa 30 ehemalige Leprakranke, als holländische Pioniereinheiten zehn Tage lang die Gemeinschaftseinrichtungen des Dorfes erneuerten: die beiden Wasserpumpen, die zusätzlich mit Waschbecken ausgestattet wurden, den Versammlungsraum, die zu den Duschräumen führenden Treppen, das leer stehende Haus, das die neue Krankenstation aufnehmen soll, und den durch das Dorf führenden Weg. Und zahlreiche Bewohner, an erster Stelle die Kinder, ließen es sich nicht nehmen, mit Hand anzulegen. Nach Abschluss der Arbeiten fand Mitte Dezember in Anwesenheit zahlreicher politischer und militärischer Ehrengäste, darunter die Botschafter und Kommandeure der an dem Manöver beteiligten Nationen, die offizielle Einweihung statt. Dabei enthüllte Luftwaffengeneral Bart Hoitink aus den Niederlanden eine offizielle Gedenkplakette. Weitere Anstrengungen, das Leben im Village Lumière angenehmer zu machen, seien erwünscht, sagte Jean Claude Mboumba als Vertreter der Leprakranken. Vor allem fehle es an Werkzeugen und Geräten aller Art, um Wohnungen, Einrichtungen und auch die Umwelt des Dorfes zu erhalten. Initiativen zugunsten des wenige hundert Meter vom eigentlichen Spital gelegenen und von Touristen nur selten besuchten Dorfes seien deshalb willkommen und trügen dazu bei, dass sich die Bewohner weniger vernachlässigt fühlten. |
|
| <- Zurück zu: DASZ | |